Wissenschaft verkaufen
Die TU-Berlin bietet im Wintersemester 2005 einen berufsbegleitenden Abendstudiengang WISSENSCHAFTSMARKETING an.
Wissenschaftliche Ergebnisse zu marktfähigen Produkten zu führen, ist nicht selten sehnlicher Wunsch von Forschern und ihrer meist staatlichen Geldgeber. Doch die Realisierung ist nicht leicht. „Wissenschaftler haben es nicht gelernt, ihre Produkte zu vermarkten“, sagt Michaela Kirchner. Die Literaturwissenschaftlerin und Publizistin ist Dozentin für Öffentlichkeitsarbeit und Veranstaltungsmanagement. Zudem ist sie Projektleiterin bei der TU Berlin Servicegesellschaft. Diese hundertprozentige Tochter der TU Berlin bietet Weiterbildung in Sachen Wissenschaftskommunikation an.
Vor etwa einem Jahr ist der erste Abendstudiengang gestartet, bei dem sich knapp zwanzig Teilnehmer, bis auf eine Ausnahme alle weiblich, dienstag- und donnerstag abends und manchmal auch Sonnabends mit Themen wie „Wissenschaft als Ware“ oder „Wie mache ich meine Einrichtung bekannt?“ auseinander setzen. Kirchner hängt dabei die Latte hoch.
Immer mehr junge Forscher wagen inzwischen Existenzgründungen.Um das wissenschaftliche und damit zusammenhängende wirtschaftliche Potenzial bekannt zu machen, ist Reklame nötig, Public Relation also. „Wissenschafts-PR ist nicht das Allheilmittel, aber ein sehr wirksames Instrument“, sagt Eberhard Knödler-Bunte, Geschäftsführer des in Berlin-Mitte angesiedelten „PR Kollegs“. Auf dessen zwanzigjährige Erfahrung im Weiterbildungsgeschäft setzte die TUB Servicegesellschaft, als sie einen Partner in Sachen Wissenschaftskommunikation suchte. „Die Kooperation läuft sehr gut“, sagt Kirchner. Doch das Bewusstsein, Produkte und Dienstleistungen auf dem Markt anbieten zu müssen, hat sich in Forscherköpfen noch nicht richtig festgesetzt. Inge Arlart hat es mittlerweile begriffen. „Wissenschaftliche Erzeugnisse müssen sich gegen Konkurrenz behaupten wie andere Produkte auch“, sagt die Biologin. Das hat sie im Kurs Wissenschaftskommunikation gelernt, der von der TU-Gesellschaft und dem PR Kolleg durchgeführt wurde. Von den Referenten – Experten in Öffentlichkeitsarbeit, Kommunikation und Marketing – ist Arlart sehr angetan. Es gab Einblicke in die Forschungslandschaft im Allgemeinen sowie einzelne Institute im Besonderen. Auch journalistisches Handwerk wurde eingeübt.
Eingebettet in den Unterricht sind Projekte in kleinen Gruppen. Beispielsweise eine Imagekampagne für die Gesellschaft für Biotechnologische Forschung in Braunschweig. Den Abschluss bildet nun eine dreimonatige Hausarbeit, in der nicht nur strategische Sandkastenspiele abgehalten sondern reale Projekte bearbeitet werden.
Wer sich die Studiengebühren - für das Gesamtprogramm des Weiterbildenden Zusatzstudiums Wissenschaftsmarketing werden immerhin 9360,00 € fällig (2340,00 € je Semester)lesieten kann richtet seine Bewerbung (inkl. Lebenslauf, Nachweis der Hochschulreife sowie Nachweis einjähriger Berufserfahrung in einem einschlägigen Tätigkeitsfeld) bis zum der 20.12.2005 an folgende Adresse:
TU Berlin Servicegesellschaft mbH
Dr. Wolfgang Merten
Hardenbergstraße 19
10623 Berlin
Kommentare, Pingbacks:
Bisher keine Kommentare/Pingbacks für diesen Eintrag...



