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forschung & lehre

Archiv für: Februar 2006

17.02.06

Wie Wissenschaft Sinn ergibt

Forschungsprojekt zur Bedeutungskonstruktion durch Massenmedien und Mediennutzer am Beispiel wissenschaftlicher Großprojekte

Am Forschungszentrum Jülich geht die Peogrammgruppe Mensch, Umwelt, Technik (MUT) der Frage nach dem Einfluß der Medienberichterstattung auf die individuellen Bedeutungskonstruktionen der Mediennutzer im Zusammenhang wissenschaftlicher Großprojekte nach.

Um auf öffentliche Zustimmung zu stoßen, bedürfen wissenschaftliche Vorhaben einer auch außerhalb der Wissenschaft nachvollziehbaren Begründung. Das gilt besonders für Großprojekte wie z.B. die internationale Raumstation, die Europäische Spallationsneutronenquelle oder das Human Genome Project, die erhebliche öffentliche Mittel in Anspruch nehmen und von denen u.U. auch Risiken ausgehen. Der "Sinn", der außerhalb der Wissenschaft mit solchen Projekten verbunden wird, stimmt nicht unbedingt mit ihrer innerwissenschaftlichen Bedeutung überein, denn der "öffentliche Sinn" wird nicht einfach aus der Wissenschaft übernommen, sondern in der öffentlichen Diskussion dieser Projekte neu konstruiert.

Die Ergebnisse sollen zum einen einer Informierung und Versachlichung der Debatte über die Wirkungen der Medien bei der Entwicklung von Einstellungen über Wissenschaft und Technik in der Bevölkerung dienen. Zum anderen sollen die Ergebnisse Kommunikatoren (z.B. Wissenschaftler, PR-Verantwortliche, Journalisten) helfen, ein besseres Verständnis vom Publikum und der Rezeption ihrer Informationen zu entwickeln und so die Verständlichkeit und Relevanz ihrer Kommunikationsbemühungen zu verbessern.

Weitere Projekte zum Thema Wissenschaftskommunikation werden auf den Seiten der PROGRAMMGRUPPE MENSCH, UMWELT, TECHNIK (MUT) vorgestellt. Hier entlang .....

Zum Status Quo der Wissenschaftskommunikation

Bericht zur Expertenbefragung im Rahmen der
Evaluation des „Jahrs der Technik 2004“

In der Zeit zwischen September 2004 und Januar 2005 wurden deutsche Expertinnen und Experten aus unterschiedlichsten Bereichen der Wissenschaftskommunikation interviewt und gebeten, einen Überblick darüber zu geben, was aus ihrer Sicht der Stand der Wissenschaftskommunikation in Deutschland ist. Sie sollten Errungenschaften der letzten Jahre benennen, aber auch eine Einschätzung dazu abgeben, auf welchen Gebieten Nachholbedarf herrscht bzw. Herausforderungen liegen, die zukünftig zu bewältigen sind. Viele hatten dabei schon eine Vorstellung davon, an welchen Vorbildern – national und international – sich die deutsche Praxis in ihrer Weiterentwicklung orientieren könnte.Dieser Bericht gibt einen Überblick über die Entwicklung von Praxis und Expertise, die Rolle der Wissenschaftsjahre darin, leitende Ziele und große Vorbilder. Im Rahmen einer detaillierten Darstellung ausgewählter Beispiele guter Praxis v.a. aus dem europäischen Raum, aber auch aus Deutschland, sollen Impulse für die Zukunft der deutschen Wissenschaftskommunikation
entstehen.

Zur Studie von Melanie Borgmann und Cornelia Keller-Ebert im PDF-Format

Wissenschaftsjournalismus bei Regional- und Boulevardzeitungen

Der Bedarf an wissenschaftsjournalistischer Berichterstattung wird in Zukunft stark steigen. Das ist das Ergebnis einer Studie der Bertelsmann Stiftung. Über 60 Prozent der befragten Journalisten rechnen damit, dass das Interesse des Publikums weiter zunehmen wird. Das gilt besonders für die sogenannten "Life Sciences": Vor allem Gentechnologie, Medizin, Gesundheit, Ernährung und Biotechnologie werden als wichtige journalistische Themenfelder der Zukunft genannt.

Die Untersuchung "Wissenschaftsjournalismus bei Regional- und Boulevardzeitungen" wurde im Auftrag der Bertelsmann Stiftung von der Universität Münster durchgeführt. Befragt wurden über 40 fest angestellte Redakteure und freie Journalisten, die für deutsche Regional- und Kaufzeitungen über Wissenschaft berichten, sowie 30 Führungskräfte dieser Medien. Eine Inhaltsanalyse im November 2002 untersuchte zudem die Wissenschaftsberichterstattung in 35 Tageszeitungen.

Die Studie im PDF-Format

09.02.06

Deutsch als Wissenschaftssprache

Ist das Thema "Deutsch als Wissenschaftssprache" heute noch aktuell? Spricht denn die Spitzenforschung nicht Englisch? Und herrscht in den wissenschaftlichen Disziplinen nicht ohnehin eine internationale Hilfssprache, eine Art wissenschaftliches Esperanto oder Volapük, wie es der spanische Philosoph José Ortega y Gasset ausgedrückt hat?

Wenn man wie der britische Biologe und Wissenschaftshistoriker Theodore Savory denkt, die Wissenschaft sei unzweifelhaft in vieler Hinsicht "der natürliche Feind der Sprache", dann muss Wissenschaft wohl von jeder Einzelsprache unabhängig sein, und damit erübrigen sich die oben gestellten Fragen. Wenn man mit Werner Heisenberg eher glaubt, dass jedes wissenschaftliche Verständnis "schließlich auf der gewöhnlichen Sprache beruhen muss, denn nur dort können wir sicher sein, die Wirklichkeit zu berühren", dann sind diese Fragen schon viel interessanter.

Zum Beitrag auf den Seiten des Goethe-Instituts >>>

Links zum Thema
Resolution des Deutschen Hochschulverbandes: "Deutsch als Wissenschaftssprache"
iwd: Schwere Zeiten für Deutsch als Wisenschaftssprache
Wissenschaft.de: "Professoren kämpfen um Deutsch als Wissenschaftssprache"
Österreichischer Rundfunk (ORF): Deutsch als Wissenschaftssprache

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