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forschung & lehre

Archiv für: Juni 2006

29.06.06

Neuer Masterstudiengang Wissenschaftsgeschichte


Und wieder ein neuer Studiengang: Zum Wintersemester 2006/07 beginnt an der Universität Regensburg ein zweijähriger, forschungsorientierter Masterstudiengang "Wissenschaftsgeschichte". Ziel ist die Vermittlung von Inhalten und Methoden, die sowohl für eine anspruchsvolle Berufstätigkeit als auch für die Weiterqualifikation für die Forschung nutzbar gemacht werden können.
Zum spezifischen Profil der Regensburger Wissenschaftsgeschichte gehört die Vermittlung einer Doppelqualifikation in der Geschichte der Wissenschaften sowie in den Objektdisziplinen. Die Besonderheit des Studienganges liegt darin, daß Studierende nach einem ersten Studienabschluß in den Geschichts-, Kultur- oder Gesellschaftswissenschaften mit Studierenden zusammenführt werden, die ein naturwissenschaftliches oder mathematisches Studium absolviert haben.

Der Studiengang ist um drei Kernbereiche organisiert:
- Methodologie und Historiographie,
- Naturbegriff und Wissensordnung (ideengeschichtlich),
- Wissenschaft und Gesellschaft (sozial- und institutionengeschichtlich).
Ergänzende Lehrveranstaltungen werden aus dem Bereich der Geschichts- und Kulturwissenschaften sowie der Philosophie (Geschichte der Philosophie, Erkenntnistheorie, Wissenschaftstheorie) gewählt; inner- und außeruniversitäre Leistungen und einschlägige Praktika (Archive, Museen) können eingebracht werden.

Berufsprofil: Die moderne Wissensgesellschaft basiert nicht nur auf Wissenschaft; sie ist auch in verstärktem Maße auf ein Wissen über Wissenschaft angewiesen. Solches Wissen stellt die Wissenschaftsgeschichte in historischer Perspektive bereit. Wissenschaftshistoriker arbeiten in der Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit, in der Wissenschaftsverwaltung oder als Wissenschaftsjournalisten, in Verlagen, Forschungsbibliotheken, Wirtschafts- und Firmenarchiven oder in Wissenschafts- und Technikmuseen. Der Masterstudiengang eignet sich auch als Aufbaustudium für Gymnasiallehrer naturwissenschaftlicher Fächer.

Bewerbung: Die Zulassung setzt einen ersten Studienabschluß (B.A., Magister, Diplom, Staatsexamen oder vergleichbar) voraus, und zwar entweder in einem historischen, kultur- oder gesellschaftswissenschaftlichen Fach oder in einer Naturwissenschaft bzw. in Mathematik. Verlangt werden gesicherte Kenntnisse in Englisch und einer weiteren Fremdsprache.

Termine: Bewerbung zum WS 2006/07: Ausländer bis 15.7.2006; deutsche Studienbewerber und Bildungsinländer bis spätestens 1.9.2006. Einschreibung zum WS 2006/07: 21.9. - 9.10.2006.


Weitere Informationen gibt es hier....

oder unter dieser Adresse:

Ansprechpartner:

Prof. Dr. Christoph Meinel
Lehrstuhl für Wissenschaftsgeschichte
Universität Regensburg, 93040 Regensburg
Tel. 0941 943-3659
Fax 0941 943-1985
E-Mail: christoph.meinel@psk.uni-regensburg.de

22.06.06

Wissenschaftliche Chartstürmer


Who‘s hot - who‘s not? WissdeX publiziert Ranking der vermeintlich "besten" Forscher

Wer wissen möchte wo die umtriebigsten arbeiten Forscher ansässig sind kann das ab sofort können in dem von "bild der wissenschaft" herausgegebenen Wissenschaftsindex WissdeX nachlesen. Der WissdeX stellt solche Institutionen vor, die in einem brisanten Forschungsgebiet besonders aktiv sind und stärker als andere wahrgenommen werden.

Die Grundlagen dafür liefert die Zentralbibliothek des Forschungszentrums Jülich. Sie hat für "bild der wissenschaft" aus Tausenden von Publikationen diejenigen herausgesucht und in Ranglisten platziert, die besonders hervorstechen. Die bisher erstellten Rankings beschäftigen sich mit Stammzellen, Naturkatastrophen, Brennstoffzellen und Robotik. Mehr dazu finden Sie hier....

08.06.06

Fußballmythen im Fokus der Forschung


Workshop der Universität Mannheim zeigt, dass Schiedsrichter parteiisch sind und Fans großen Einfluss auf das Spielergebnis haben

Dass auch Wissenschaftler der schönsten Nebensache der Welt verfallen sein können, zeigte ein internationaler Workshop, der vor wenigen Tagen an der Universität Mannheim stattfand. Vom 2. bis 3. Juni diskutierten Forscher aus den Fachbereichen Wirtschaft und Psychologie verschiedene Phänomene rund um den Fußball. Organisiert wurde der Workshop "Economics and Psychology of Football" vom Sonderforschungsbereich 504 der Universität, der sich mit Entscheidungsverhalten befasst.

Im Folgenden sind die Ergebnisse des Workshops zusammengefasst. Genauere Informationen gibt es im Internet unter diesem link.

- Schiedsrichter tendieren dazu, für die Heimmannschaft parteiisch zu
sein. Sie geben beispielsweise oft eine längere Nachspielzeit, wenn das Team mit Heimvorteil im Rückstand ist. Diese Tendenz hat jedoch selten Auswirkungen auf den Spielausgang.

- Die Position der Linienrichter an der Seite des Spielfeldes führt zu systematischen Fehlern.

- Drei weit verbreitete Mythen des Fußballspiels konnten nicht belegt werden:
1. Es gibt keine Anhaltspunkte, dass Spieler, die im vorangegangenen Spiel getroffen haben, im nächsten Spiel systematisch häufiger das Tor treffen.
2. Ein Tor kurz vor der Halbzeit hat keinen größeren Effekt auf den Spielausgang als ein Tor am Anfang der ersten Hälfte.
3. Teams, die gerade ein Tor geschossen haben, befinden sich direkt danach nicht in größerer Gefahr, selbst ein Tor zu kassieren als sonst auch.

- Seit Johann Neesken 1974 den ersten Elfmeter in einem internationalen
Wettbewerb in die Mitte des Tores geschossen hat, ist das Schießen und Halten von Elfmetern komplexer geworden. Fest steht: Statistisch gesehen werden Elfmeter seit 1974 immer häufiger verwandelt. Dies belegen Bundesligadaten.

- Die Unterstützung der Fans beeinflusst den Ausgang des Spiels: Ungefähr 60 Prozent der Punkte einer Saison werden von den Heimmannschaften gewonnen. Neben dem Heimvorteil gibt es aber auch einen Heimnachteil: Mannschaften, die im eigenen Stadion spielen, vergeben mehr Strafstöße - vor allem dann, wenn ein Spieler der Heimmannschaft einen Elfmeter in die Richtung des eigenen Fanblocks schießt.

- Mannschaften, die rote Trikots tragen, gewinnen nicht häufiger als Mannschaften in blauen Trikots.

- Die Entlassung des Trainers hat kaum Einfluss auf die Leistung eines Teams.

- Die Vorhersagen von Fußballexperten zum Ausgang einer Weltmeisterschaft treffen im Durchschnitt nicht eher zu als Vorhersagen, denen einfache Daumenregeln zugrunde liegen - wie etwa der Blick auf die aktuelle FIFA-Weltrangliste, auf der festgehalten wird, welches Team im Moment nach Spielen das stärkere ist. Generell können Experten etwa die Hälfte der Spiele korrekt vorhersagen.

- Wer lieber auf Favoriten setzt, sollte seine Wette beim Buchmacher mit festgelegter Gewinnchance platzieren. Wetten auf einen Außenseiter sind dann lohnender, wenn man sie an einer Wettbörse mit variablen Gewinnchancen abschließt.

- Statistisch die besten Chancen, den WM-Titel zu holen, haben Nationalteams, deren einheimische Spieler zum großen Teil bei ausländischen Vereinen unter Vertrag stehen sowie Mannschaften, in denen es einige ausländische Spieler gibt. Beispiele für diese Länder sind Frankreich, die Niederlande und Tschechien.

Die Ergebnisse des Workshops zeigen, dass die meisten Mythen rund um den Fußball einer wissenschaftlichen Analyse nicht standhalten. Der Inhalt des Workshops wird in einem Sammelband zusammengefasst.

Weitere Informationen gibt es im Internet.

07.06.06

Wissenschaftliches Schreiben

Tagung in Zürich

Das neu gegründete Forum wissenschaftliches Schreiben hält seine erste internationale Tagung am 9. und 10. Juni an der Zürcher Hochschule Winterthur (Schweiz) ab. Schwerpunkt der Tagung ist "Schreiben und Bologna Prozess". http://www.forumschreiben.ch/

Als Hauptredner sind Andrea Frank vom Schreiblabor der Universität Bielefeld und David R. Russel von der Iowa State University eingeladen. Etwa 40 Referentinnen und Referenten werden in Vorträgen und Round-Table-Gesprächen zu unterschiedlichen Themen des wissenschaftlichen Schreibens und seiner Didaktik Stellung nehmen.

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