Online-Spiel thematisiert kanadische Geschichte
Das Musée de la Civilisation in Québec hat unlängst ein überaus erquickliches Online-Spiel gelauncht. The Lost Code/Le Code Perdu thematisiert auf spielerische Art und Weise die kanadische Geschichte. Dabei schlüpft der Nutzer in die Rolle eines Geheimagenten, der sich ausgestattet mit modernster Spionagetechnologie auf die Suche nach den verlorenen Zugangscodes der drei großen Museen Quebecs begibt um diese wieder für die Allgemeinheit zu öffnen.
Auf der Suche nach Indizien manövrieren die Geschichtsagenten eine fliegende Kamera durch die Räume der Museen und setzen sich mit einzelnen Exponaten auseinander. Das hoch dynamische Museums-Adventure wurde zwar vornehmlich für Schüler ersonnen bietet aber in jedem Fall Generationsübergreifend eine lohnenswerte Kurzweil.
Sind wir mal ehrlich. Obschon wir uns alle Jahre wieder Nadelbäume ins Wohnzimmer stellen, mit Leuchtmitteln und Lametta drappieren und ulkig verpackte Unterhaltungselektronik darunter schieben, haben wir nur eine vage Vorstellung über die Hintergründe unseres Jahresendzeitrituals. Wie schön das es da Experten gibt. Die Agentur für digitale Wissenschaftskommunikation hat die anstehenden Feiertage zum Anlass für einen überaus erquicklichen Wissenstest rund ums weihnachtliche Brauchtum genommen. Insgesamt 24 interessante Fakten werden auf überaus unterhaltsame Art und Weise in einer grandios illustrierten Weihnachtszenerie präsentiert. Darunter Fragen zum Zeitmangement des Weihnachtsmannes oder den logistischen Anforderungen der weltweiten Bescherung. Ein absolutes Muss für alle die sich noch rechtzeitig vor der Bescherung die nötige Expertise zulegen wollen.
Das Weihnachts-Special finden Sie hier..

Auch als Anbieter individueller Softwarelösungen muss man manchmal zugeben das handgestrickte Lösungen mitunter ihren Reiz haben. In der vergangenen Woche eröffnete das Brooklyn Museum mit The Black List Project eine Ausstellung, die sich der Frage widmet was es heißt schwarz zu sein. Gezeigt werden 25 Portraits des amerikanischen Fotografen Timothy Greenfield-Sanders. Das allein klingt schon interessant. Doch besonders gelungen scheint mir der Vermittlungsansatz. Die New Yorker Ausstellungsmacher setzten auch diesmal in hohem Maße auf Besucherinteraktion. Von vornherein war klar man wollte die Stimmen der Besucher zum Thema bzw. zu ihrer eigenen Geschichte einfangen. Da man eine aufwändige Postproduktion bzw. den Erwerb kostspielieger Video-Kiosk-Software vermeiden wollte setzte man kurzerhand auf den Kurzweil-Giganten YouTube. Zwei Macbooks, zwei Webcams ein kostenloser YouTube-Channel mit Quick-Capture-Funktion und fertig ist der Video-Kiosk. Inzwischen sind 14 Videokommentare online. Hier geht’s zu den Kommentaren auf YouTube...
Bibliothek zum europäischen Kulturerbe öffnete, und schloss die Pforten
Wer sich mit IT-Projekten beschäftigt weiß um die unzähligen Fallstricke die bei der Konfrontation von Mensch und Maschine lauern. Überlastete Server gehören dabei zum worst case. So erging es gestern der langersehnten European digtal library kurz Europeana einem insgesamt mit 120 Millionen Euro geförderten EU-Projekt. Mit dem gestrigen Startschuss sollte der Zugriff auf zwei Millionen Bücher, Landkarten, Aufnahmen, Fotografien, Archivdokumente, Gemälde und Filme aus Nationalbibliotheken und Kulturinstituten der 27 EU-Mitgliedstaaten ermöglicht werden. Doch schon nach wenigen Minuten brach der Server zusammen. Nach Angaben der Betreiber sei der Server mit über 10 Millionen Hits pro Minute überlastet gewesen (Tja!). Mit Europeana sollen die digitalisierten Sammlungen europäischer Bibliotheken, Archive und Museen gleichzeitig durchsucht werden können. Bis 2010 sollen hier der Zugriff auf Millionen von Objekten erhalten. Nun heißts Däumchen drehen – bis Mitte Dezember (!) soll das Problem behoben sein. Weitere Informationen zum Projekt gibt es hier......
Das Webspecial des Rijksmuseum zur Hirst-Ausstellung
Vom 1. November bis zum 15.Dezember widmet sich das Rijksmuseum Amsterdam der Arbeit des überaus hippen britischen Künstlers Damien Hirst. „For the Love of God“ lautet der Titel der Ausstellung und des Kunstwerks in ihrem Zentrum, einem mit Diamanten besetzten Totenschädel im Wert von umgerechnet 75 Millionen €.
Begleitend zur Ausstellung hat das Rijksmuseum auf seinen Seiten ein Webspecial gelauncht, dass den polarisierenden Aspekt von Hirsts Arbeit aufgreift in dem es die Besucher zu Wort kommen lässt. Diese wurden nach dem Besuch der Ausstellung befragt, abgelichtet und bilden nun „medial enthauptet“ eine Wertungs-Matrix entlang der Pole schön oder häßlich, passend oder unpassend, Kunst oder Hype. Das ganze ist ein schöner Vorstoß in Sachen Besucherinteraktion spassig und themenbezogen umgesetzt. Einziger Wermutstropfen: als Besucher der Website hat man keine Möglichkeit sich in den Diskurs einzubringen.
Dieses Fundstück dürfte nicht nur bekennend ideologiefreie Vegetarier wie mich begeistern. Bei
Banksy’s Village Petstore and Charcoal Grill handelt es sich um ein selbst für New Yorker Verhältnisse durchaus extravagantes Etablissement. Urheber des verschrobenen Konzeptes ist der britische Straßenkünstler und Kommunikationsguerrilero
Banksy , der vor allem durch seine Londoner Schablonengraffiti sowie durch seine gelungenen Übergriffe auf Museen international Bekanntheit erlangte.
So wurde etwa im Mai 2005 im British Museum Banksys Version einer Höhlenmalerei gefunden, die einen jagenden Menschen mit Einkaufswagen zeigte,.
Man ahnt also bereits das es sich bei den Protagonisten in Banksys Tierladen und Kohlegrill nicht um echte Tiere handelt sondern überaus gelungene animatronics.
(via buzzeum) Ein wie ich finde sehr drolliges Exponat aus dem Bereich der Augmented Reality (also quasi der "angereicherten" Wirklichkeit) ist seit einigen Monaten im Futuroscope in der Nähe von Poitiers zu bestaunen. “Les Animaux du futur“, also die Tiere der Zukunft stehen im Mittelpunkt dieses digitalen Exponats. An einer mit einer Webcam ausgestatten Screen-Station können Karten mit schemenhaften Tiermotiven zum Leben erweckt werden. Die Besucher müssen die Karten dazu lediglich in den Fokus der Kamera halten. Auf dem Bilschirm wird das reelle Inventar dann ergänzt um den virtuellen Raum. Und die pussierlichen Freunde von morgen erscheinen quicklebendig. Ähnliche aber eben nicht ganz so drollige Vorschläge zum Einsatz immersiver Environments im kulturellen Kontext präsentierten in der vergangenen Woche die Forscher der Fraunhofer-Gesellschaft mit ihrem virtuellen Spiegel sowie im Bereich Marketing der Sonnenbrillen-Gigant Ray-Ban. Man darf gespannt sein: den so das Fazit da geht noch mehr.