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Archiv für: Oktober 2006

17.10.06

Ausgezeichneter Wissenschaftsjournalismus


Georg von Holtzbrinck Preis für Wissenschaftsjournalismus verliehen

Ulrich Schnabel und das Journalistenteam Michael Lange und Martin Winkelheide sind Preisträger des Georg von Holtzbrinck Preis für Wissenschaftsjournalismus 2006.
Ulrich Schnabel, Redakteur bei der Wochenzeitung DIE ZEIT und die freien Wissenschaftsjournalisten Michael Lange und Martin Winkelheide werden mit dem Georg von Holtzbrinck Preis für Wissenschaftsjournalismus 2006 ausgezeichnet. Prämiert wird ihre Fähigkeit, komplexe wissenschaftliche Themen auf herausragende Art anschaulich zu vermitteln, um sie auch der breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Der Preis wird in den Kategorien Print und Elektronische Medien verliehen und ist mit jeweils € 5000,- dotiert. Anlässlich des 150jährigen Jubiläums von "Scientific American", einer der ältesten Wissenschaftszeitschriften der Welt, hat die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck den Preis 1995 ins Leben gerufen und verleiht ihn in diesem Jahr zum 12. Mal.

Begründung der Jury

Kategorie Print:

Ulrich Schnabel, Jg. 1962, Redakteur bei der Wochenzeitung DIE ZEIT

wird für seine herausragenden und vielseitigen wissenschaftsjournalistischen Beiträge ausgezeichnet. Die Bandbreite seiner Themen von der Quantenphysik am Beispiel des komplexen Forschungsfeldes der Quanteninformation, neuen Ergebnissen der Neurowissenschaften zum Wechselspiel von Welt und Hirn bis hin zu seiner Arbeit über die wissenschaftliche Aufarbeitung und historische Rekonstruktion der katholischen Buchzensur ist beeindruckend. Sein eigener Stil ist sprachlich brillant geschliffen. Die fundiert recherchierten Beiträge sind kurzweilig und spannend. Auch sperrige Themen werden mit wissenschaftlichem Tiefgang unterhaltsam und verständlich aufbereitet. Mit seiner überzeugenden journalistischen Arbeit leistet Ulrich Schnabel einen wesentlichen Beitrag dazu, die breite Öffentlichkeit über die Wissenschaften zu informieren.

Kategorie elektronische Medien:

Michael Lange, Jg. 1963 und Martin Winkelheide, Jg. 1963, freie Wissenschaftsjournalisten

werden für ihre Hörfunkbeiträge im Deutschlandfunk und WDR ausgezeichnet. Diese widmen sich Themen der Molekularbiologie und Biotechnologie, der Gentherapie am Menschen im Falle einer Mukoviszidose-Erkrankung sowie der Entwicklung von Medikamenten, die nur für eine ethnische Gruppe zugelassen werden (die Ethno-Pille). Ihre hervorragenden Arbeiten vermitteln dem fachfremden Zuhörer anschaulich, übersichtlich und verständlich komplexe Wissenschaftsthemen. Die beiden Autoren beeindrucken durch die Choreographie und Tiefe der Themen und geben dem Zuhörer nicht nur eine Einordnungshilfe, sondern zeigen deren Verflechtungen, insbesondere bei heiklen Themen. Die Arbeiten von Michael Lange und Martin Winkelheide tragen in bedeutender Weise zum besseren Verständnis von wissenschaftlicher Forschung und ihrem ethischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichem Kontext in der Öffentlichkeit bei.

Die Preisverleihung findet statt im Rahmen eines Wissenschaftssymposiums zum Thema

Wissenschaft - Politik - Öffentlichkeit
Wer bremst wen?

in der Humboldt-Universität zu Berlin

am 31. Oktober 2006 um 19.30 Uhr
im Senatssaal der Humboldt-Universität,
Unter den Linden 6, Berlin-Mitte.

Es diskutieren:

Prof. Dr. Angela Friederici, Direktorin am Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften, Dr. Klaus Rauscher, Vorstandsvorsitzender Vattenfall Europe AG, Prof. Dr. Hans-Joachim Schellnhuber, Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung und Andreas Storm, MdB, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Weitere Informationen zum Preis und dem Symposium gibt es auf den Seiten von Holtzbrinck:

13.10.06

Spannende Forschung spannend geschildert -

Klaus-Tschira-Preis für Berliner Physiker

Die Studienstiftung des deutschen Volkes und die Klaus-Tschira-Stiftung verlieh erstmals den Klaus-Tschira-Preis für verständliche Wissenschaft.

Der Preis ging an Dr. Nils Huse, Wissenschaftler am Max-Born-Institut für seine Arbeit zum "strukturellen Gedächtnis des Wassers". Damit würdigten die Studienstiftung des deutschen Volkes und die Klaus-Tschira-Stiftung die Zusammenfassung der Dissertation des Physikers. Die beiden Organisationen hatten in diesem Jahr erstmals junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dazu aufgerufen, ihre Ergebnisse möglichst spannend und allgemeinverständlich darzustellen. Aus rund achtzig eingesandten Beiträgen wählten die Juroren sechs Preisträger aus, deren Artikel in einer Sonderausgabe des Novemberhefts von "Bild der Wissenschaft" veröffentlicht werden. Der Preis ist mit je 5000 Euro dotiert.

Nils Huse wurde für seine Dissertation erst vor wenigen Monaten mit dem Lise-Meitner-Preis der "Vereinigung der Freunde und Förderer des Institutes für Physik der Humboldt-Universität zu Berlin" ausgezeichnet. In seiner Arbeit geht es um das kurze Gedächtnis des Wassers. Huse hatte sich mit der Dynamik und den Kopplungsmechanismen von Wasserstoffbrückenbindungen befasst. Er nutzte zur Analyse ultraschnelle Laserpulse, mit denen er die Moleküle zu Schwingungen anregte und zugleich diese Schwingungen vermaß. So konnte er mit seinen Kollegen Jahrzehnte alte Fragen der Physik beantworten (mehr Details dazu hier)

Weitere Informationen zum Klaus-Tschira-Preis für verständliche Wissenschaft und den anderen Preisträgern gibt es hier sowie hier

Mehr Infos über die Forschung des Preisträgers aus dem MBI finden Sie hier

DFG schreibt Communicator-Preis 2007 aus

Zum achten Mal schreibt die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) den Communicator-Preis, Wissenschaftspreis des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft, mit einer Preissumme von 50.000 Euro aus. Dieser persönliche Preis wird an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vergeben, die sich in herausragender Weise um die Vermittlung ihrer wissenschaftlichen Ergebnisse in die Öffentlichkeit bemüht haben.

Der Communicator-Preis richtet sich an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aller Fachrichtungen, die ihre Forschungsarbeiten und deren Ergebnisse für die Öffentlichkeit verständlich und nachvollziehbar machen. Dies kann in Form von Vorträgen, Artikeln, Ausstellungen, Filmen und anderen möglichen Formen der Präsentation geschehen.

Der Preis kann sowohl an einzelne Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler als auch an eine Gruppe von Forschern verliehen werden, die in einem der Zielsetzung entsprechenden Projekt zusammengearbeitet haben. Es werden Arbeiten ausgewählt, die im deutschen Sprachraum angesiedelt sind. Es sind sowohl Selbstbewerbungen als auch Vorschläge möglich.

Über die Vergabe entscheidet eine Jury, die aus Kommunikationswissenschaftlern, Journalisten, PR-Fachleuten sowie ausgewählten Wissenschaftlern besteht. Als Maßstab gelten die bisherigen Preisträger, die sich durch die Breite und Nachhaltigkeit ihrer Vermittlungsarbeit auszeichnen. Mehr dazu hier.

12.10.06

Mogeln für die Wissenschaft

DFG veranstaltet Symposium

Wie ehrlich ist die Wissenschaft? Diese Frage steht im Mittelpunkt eines Symposiums des DFG vom 19.-20.Oktober in Hamburg. Eine Umfrage unter 3000 US-amerikanischen Wissenschaftlern erbrachte kürzlich, dass gut 30% bei ihren wissenschaftlichen Publikationen schon einmal "gemogelt" hätten. Die Sprecherin des Ombudsman-Wesens der DFG in Deutschland, Frau Prof. Dr. Ulrike Beisiegel, schätzt, dass diese Zahlen auch auf andere Länder und auch auf Deutschland übertragbar sind. Sie macht den steigenden Druck auf die Wissenschaftler zu publizieren hierfür verantwortlich, auch das deutsche Fördersystem würde die Zahl der Publikationen immer mehr in den Vordergrund stellen. Es müsse aber wieder eine Rückbesinnung auf "Qualität statt Quantität" geben, so Beisiegel.

Um gute wissenschaftliche Praxis zu garantieren, nutzt das Wissenschaftssystem in Deutschland Ombudsgremien als unabhängige Organe der Selbstkontrolle. Ombudsgremien gibt es an allen deutschen Universitäten und außeruniversitären Forschungseinrichtungen und als zentrale Ombudsgremien der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Diese sind im universitären Betrieb sowie bei außeruniversitären Forschungseinrichtungen allerdings noch immer nicht generell akzeptiert. Auf der anderen Seite muss eine präventive Grundausbildung zur guten wissenschaftlichen Praxis an unseren Universitäten ständig verbessert werden. All diesen Themenkreisen widmet sich das zweite "Symposium der deutschen Ombudspersonen", das als gemeinsame Veranstaltung des DFG-Ombudsmans und der DFG vom 19. bis 20. Oktober 2006 an der Universität Hamburg ausgerichtet wird und zu dem auch Vortragende aus Europa und den USA erwartet werden.

In erster Linie dient das Symposium dem Erfahrungsaustausch und der Koordination der Ombudspersonen auf nationaler Ebene. Zudem soll es den Dialog mit der Öffentlichkeit fördern. Dazu dient eine öffentliche Abendveranstaltung über "Unredlichkeit in der Wissenschaft - Arbeitsstress oder persönliches Versagen?" am 19. Oktober um 19.00 Uhr mit einem Vortrag von Professor Johannes Siegrist, Düsseldorf, sowie eine abschließende Podiumsdiskussion. Hier erörtern Redakteure der Wochenzeitung "Die Zeit" und des "Hamburger Abendblatts" gemeinsam mit dem Generalsekretär der DFG, Dr. Reinhard Grunwald, mit Professor Wolfgang Löwer als Vertreter des DFG-Ombudsmans sowie Holger Wormer, Professor für Wissenschaftsjournalismus an der Universität Dortmund, am 20. Oktober um 10.00 Uhr über das Thema "Alltag in der Wissenschaft - Öffentliches Interesse an guter wissenschaftlicher Praxis?" (Moderation: Professor Ulrike Beisiegel).

"In einer Zeit, in der die wirtschaftliche Entwicklung stark von der Wissenschaft, also der Erarbeitung von neuem Wissen abhängt und der Druck auf Forscher stetig steigt, sind Ombudsgremien wichtiger denn je", betont Professor Ulrike Beisiegel, die derzeitige Sprecherin des 1999 eingerichteten DFG-Ombudsmans. Er hat die Aufgabe, bei Verdacht auf wissenschaftliches Fehlverhalten zu prüfen, ob die von der DFG erarbeiteten und 1998 publizierten Vorschläge zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis eingehalten wurden. Der Ombudsman der DFG steht allen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern unmittelbar und unabhängig von einer DFG-Förderung zur Beratung und Unterstützung in Fragen guter wissenschaftlicher Praxis zur Verfügung.

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