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wissenschaft & medien

Archiv für: 2006

26.10.06

Bionik interaktiv

Das Bionik-Innovations-Centrum und scienceintermedia
präsentieren eine virtuelle Entdeckertour

(Bremen) Wie können Schiffe vor dem unerwünschten Bewuchs durch Seepocken, Muscheln und Algen geschützt werden? Die Suche nach einer Lösung gegen das so genannte Biofouling beschäftigt nicht nur die Bionik-Forscher an der Hochschule Bremen. Sie steht auch im Mittelpunkt einer interaktiven Forschungsreise, die das Bionik-Innovations-Centrum (B-I-C) gemeinsam mit scienceintermedia erstmals auf dem Bionik Kongress „Patente aus der Natur“ vom 27.-28. Oktober an der Hochschule Bremen vorstellt.

Das Entdeckerspiel soll vor allem wissenschaftlichen Laien einen Einblick in die Problemfelder und Forschungsziele der Bionik vermitteln. Nach dem Motto „Der Weg ist das Ziel“ schlüpfen die Spieler in die Rolle des Forschers und begeben sich ausgehend vom virtuellen Forschungsschiff „MS Bionik“ auf die Suche nach möglichen Lösungen. Dabei wird spielerisch in die Grundlagen der Bionik eingeführt. Drei Jahre arbeiteten die echten Forscher an der künstlichen Haihaut, einem giftfreien Antifoulingverfahren nach dem Vorbild der Natur, das jetzt nach umfangreichen Tests patentiert wurde. Im Spiel gelangt man weitaus schneller zur Lösung, denn der Einsatz Digitaler Medien in der Wissenschaftskommunikation ermöglicht unmittelbare Zugänge zu komplexen Themen.

Das Projekt wurde realisiert von scienceintermedia – der Agentur für digitale Wissenschaftskommunikation. scienceintermedia hat den Schwerpunkt in der Entwicklung von Kommunikations- und Präsentationslösungen für Wissenschaft und Technik. Dazu gehört neben der Realisierung elektronischer Aus- und Weiterbildungsangebote, die Umsetzung allgemeinverständlicher Darstellungen wissenschaftlicher Handlungsfelder und Forschungsergebnisse, innovativer Technologien, Verfahren und Produkte. Mit langjähriger Erfahrung im Bereich Digitaler Medien will scienceintermedia vor allem interaktive Zugänge zu den Themen aus Wissenschaft und Technik schaffen. Unter dem Motto „Für Wissenschaft begeistern“ entstehen interaktive Ausstellungsmedien, Onlineauftritte und Kommunikationsportale.

„Wir wollen Menschen aktiv mit Wissenschaft in Berührung bringen“, beschreibt Benjamin Wischer, Creative Director bei scienceintermedia, die Unternehmens-Philosophie. „Uns geht es darum Aha-Erlebnisse zu schaffen – und dazu nutzen wir das volle Potenzial Digitaler Medien.“

Diese Herangehensweise spiegelt sich auch im aktuellen Bionik-Projekt von scienceintermedia. Auf der virtuellen Forschungsreise wird der Weg des Forschens und Entwickelns nachvollziehbar und damit besser verständlich. Wer wissen will, wie stark ein Schiff ohne Schutzanstrich bereits nach wenigen Wochen bewachsen ist, kann einen Tauchgang zum Schiffrumpf unternehmen und sich die verschiedenen „Blinden Passagiere“ aus der Nähe ansehen. Ein Fahrsimulator verdeutlicht den Einfluss des Biofoulings auf die Antriebsleistung eines Schiffes und den dadurch entstehenden Kostenfaktor für die Schifffahrt. Wer der MS-Bionik einen der bis vor kurzem verwendeten gifthaltigen Anstriche verpasst, erfährt wie der Lebensraum Meer durch die eingesetzten Giftstoffe belastet wird. Die Suche nach einem giftfreien Verfahren führt zurück in die Natur. Neben einem virtuellen Labor steht ein umfangreiches Multimedialexikon zur Verfügung, das mit Filmen, Texten und Grafiken viele Hintergründe zum Biofouling und der Bionik-Forschung vermittelt.

Der Multimedia-Terminal wird künftig auf Messen und innerhalb von Lehrveranstaltungen und Informationsveranstaltungen eingesetzt.

Das B-I-C (gegründet 2004) fördert neben dem Auf- und Ausbau des Internationalen Studiengangs Bionik und den Forschungsaktivitäten in den Bereichen biologische Werkstoffe, Funktionsoberflächen und Fluiddynamik, den Technologietransfer von der Wissenschaft in die Wirtschaft. Zu den erklärten Zielen des B-I-C gehört, gemeinsam mit Wirtschaftsunternehmen geeignete Ergebnisse der wissenschaftlichen Arbeiten in technische Produkte und Anwendungen umzusetzen. Unterstützung finden die Bremer Wissenschaftler dabei in einer großen Zahl nationaler wie internationaler Kooperationspartner aus Wissenschaft und Industrie. Das B-I-C wurde gleich nach seiner Gründung in den bundesweiten Forschungsverbund Bionik-Kompetenz-Netz (BIOKON) aufgenommen.

Weitere Informationen zum Entdeckerspiel finden Sie unter www.science-intermedia.de und www.bionik-interaktiv.de

12.10.06

Hollywood-Helden wissenschaftlich betrachtet


Neues Portal will mit Spielfilmen Interesse für Wissenschaft wecken

200.000 Wissenschaftler und Ingenieure werden der europäischen Forschung und Entwicklung in den nächsten 10 Jahren fehlen. Das von der Europäischen Kommission geförderte Projekt CISCI Cinema and Science möchte helfen, das zu ändern.

Um dieses Ziel zu erreichen, produzieren die 10 CISCI-Partner aus
europäischen Ländern sowie den USA, darunter Universitäten,
E-Learning-Provider und Wissenschaftsvermarkter, die Website www.cisci.net. Diese Site ist im Kern eine große Datenbank, die Ausschnitte aus Filmen (Dokumentationen, TV-Serien und populäre Kinofilme) mit wissenschaftlichen Erläuterungen verknüpft.

Über die Attraktivität von Kinofilmen und die Verfügbarkeit der Inhalte via Web soll das Interesse bei den Schülerinnen und Schülern geweckt werden, beispielsweise mit Ausschnitten aus dem neuen Superman-Movie: Könnte Superman wirklich fliegen?. Solche Fragen werden in erläuternden Texten, weiteren Clips oder Grafiken auf der Site beantwortet. Bei den Nutzerinnen und Nutzern der Site bleibt die Faszination, die Überraschung und der Aha-Effekt übrig, sodass Wissenschaft gar nicht langweilig und nicht abgehoben von der Realität ist, sondern sogar Spaß macht.
CISCI wird am 15.11.2006 anlässlich des Mailänder Filmfestivals "Vedere la Scienza Festival" offiziell ins Netz gestellt.

05.10.06

science-show für kids - "Eureka TV"

Der Kinderkanal von ARD und ZDF, Kika, zeigt nun auch in Deutschland „Eureka-TV“, die erfolgreiche Wissenschaftsshow der BBC für Kinder. Das Erfolgsrezept der britischen Wissenschafts-Show Eureka TV ist einfach: Man nehme spannende Themen und verpacke wissenschaftliche Informationen in leicht-verdauliche Häppchen. Dazu kommen zwei Moderatorinnen, Kate und Fearne, die Experimente mit überraschenden Ergebnissen präsentieren. In jeder Folge von Eureka TV gibt es Neues aus der Wissenschaft, wie beispielsweise aufblasbare Lautsprecher oder den Bauplan für eine Garten-Rakete.

In der ersten Folge von Eureka TV hat der Terminator der Unterwasserwelt einen großen Auftritt. Außerdem präsentieren Kate und Fearne einen Ballon, der nicht platzt, wenn man ihn piekt, und sie versuchen mit einer Kerze ein Loch in eine Holztür zu schießen. Obendrein erklären die Moderatorinnen, wie man zum Helden in einem Computer-Spiel werden kann.

Der „Kika“ zeigt EUREKA TV als Deutschlandpremiere ab dem 1. Oktober, sonntags um 14:00 Uhr.

29.08.06

Mehr Wissenschaft im Hessischen Rundfunk

(via wisskomm) Ab 30. August präsentiert der Hessische Rundfunk „verblüffendes aus der Welt des Wissens“. Das neue Magazin mit dem Titel „Alles Wissen – Die Sendung für Neugierige“ wird immer mittwochs um 21.15 Uhr im hr-fernsehen zu sehen sein.

Es löst das Magazin "Abenteuer Erde" ab, das bisher auf diesem Sendeplatz ausgestrahlt wurde. Die Redaktion des neuen Magazins befindet sich nach wie vor beim HR-Studio in Kassel, allerdings gibt es einen neuen Moderator. Nach Angaben des HR ist ein regionaler Bezug vorgesehen. Interessant könnte das Magazin also vor allem für hessische Forschungseinrichtungen werden. Ob in der Sendung jedoch Platz für "Wissenschaft" in engeren Sinne sein wird, oder ob es eine weitere "Sendung mit der Maus für Erwachsene" wird, wird sich zeigen.

12.07.06

Wissenschafts-PR auf der Talkshow-Couch


Dass das Fernsehen als Plattform für wirtschaftliche Interessen mehr als nur die Werbeblöcke bereit hält, ist weithin bekannt. Insbesondere der Bereich der Kulturindustrie nutzt das Fernsehen um neue Produkte eines Künstlers über die Talkshow-Couch zu promoten. Aber auch wenn Wissenschaft im Fernsehen thematisiert wird steht nicht immer nur die reine Faktenvermittlung im Mittelpunkt. „Die Grenze zwischen PR und Journalismus schwindet“, titelt Corinna Blümel in der Juni-Ausgabe der VDI-nachrichten.

Blümel beschreibt wie prominente Talkshowgästen, als scheinbar neutrale Experten die Botschaften von Lobbyisten direkt in die Wohnzimmer bringen, und wundert sich über die Macher solcher Talkshows, die die gleichen Leute immer wieder vor die Kameras lassen. Oft fehlt in den Redaktionen einfach die notwendige „Kritische Distanz bei der Auswahl von Gesprächspartnern. Dabei wäre es ein Leichtes zum Beispiel im Internet zu recherchieren, wer in welchen Zusammenhängen auftaucht (Lobbycontrol, Nachdenkseiten).

Doch nicht nur die Industrie versucht sich der Medien als PR-Instrumente zu bedienen. Auch in der altehrwürdigen Alma-Mater hofft man auf willfährige Journalisten.

In einem Vortrag an der Hochschule Darmstadt warnte Dr. Julia Rautenstrauch, Leiterin der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) in Heidelberg, davor, Wissenschaftlern ungeprüft Glauben zu schenken.

Neben der Steigerung der eigenen Anerkennung wollen viele Forscher die Medien nutzen, um Gelder einzuwerben. „Wissenschaftler glauben oft, Medien seien ein Piano, auf dem man nur die richtigen Tasten spielen muss, um die gewünschten Töne zun erhalten.“ Rautenstrauch vermutet das vor allem mangelnde Medienkompetenz der Wissenschaftler die Ursache für eine solch verbreitetet Haltung sei. Zum Super-GAU käme es immer dann, wenn medieninkompetente Wissenschaftler auf fachlich inkompetente Journalisten träfen. „Dann wird die Nachricht zur Ente.“

11.07.06

The very best of Wissenschafts-Blogs


Rankings gehören nicht erst seit gestern zu den beliebtesten Relevanz-Navigations-Deutungs-Kauf- & Klick-Entscheidungshilfen in unserer hochvernetzten Welt. Nahezu alles wird gerankt: die meistverkauften Dinge, die meistverheirateten Hollywood-Mimen, die Einflussreichsten, Schönsten und überhaupt Meistbeachteten. Nicht immer sind die Kriterien nach denen Rankings erstellt werden unmittelbar nachvollziehbar – doch der empfundene Konsumentennutzen bleibt davon ungetrübt.

Auch in der Redaktion von „Nature“ dachte man dieser Tage es wäre mal wieder an der Zeit für eine kleine Zahlenparade. Für die Online-Ausgabe von "Nature" hat Technorati nun eine Rangliste der beliebtesten englischsprachigen Blogs aufgestellt, die von Wissenschaftlern geschrieben werden.

In der Tat Wissenschaftler nutzen immer öfter Weblogs, um mit ihrer Community und darüber hinaus zu kommunizieren. Gleichgültig ob Evolutionsbiologen, die sich gegen Kreationisten zur Wehr setzen, Klimaforscher oder Astrophysiker: der ungezwungene Netz-Diskurs über das eigene Handlungsfeld mit dem weltweiten Kollegium und anderen Web-Usern erfreut sich wachsender Beliebtheit.

Herausgekommen ist eine Liste der Top 50 deren Aussagekraft unter anderem von den Berliner Kollegen von wisskomm relativiert wird:

Etwas zweifelhaft erscheint indes die "Nature"-Methode, sich zur Erstellung der Hitliste am Technorati-Ranking zu orientieren. Technorati ist eine Suchmaschine für Blogs bzw. einzelne Blogthemen, deren Bedeutung man allerdings anzweifeln darf. Schon aus technischen Gründen finden sich zahlreiche Blogs überhaupt nicht bei Technorati, weil sie nicht die spezielle Verlinkung über so genannte Tags nutzen.

Wie "Nature" selbst feststellt, gehören 22 der 50 "top science blogs" zum Netzwerk Scienceblogs. Dieses Netzwerk bezahlt erfolgreiche Blogger. Das können monatlich 70 bzw. 300 Dollar sein - immerhin eine kleine Aufwandsentschädigung. Wichtiger ist aber wohl, dass eine Handvoll prominenter Namen im Netzwerk ein reizvolles Umfeld für Forscher darstellen, die ebenfalls über ein eigenes Blog nachdenken. So ist aus "Scienceblogs" eine starke Gemeinschaft erwachsen, die die Hitliste dominiert.

Die Top-Five:

http://scienceblogs.com/pharyngula
http://www.pandasthumb.org
http://www.realclimate.org
http://cosmicvariance.com
http://scienceblogs.com/scientificactivist

Man darf gespannt sein wann man hierzulande 50 Wissenschafts-Blogs für ein derartiges Ranking ermitteln kann.

29.06.06

London calling


Neues Wissenschafts-Blog von der Insel

Auf dieses fabelhafte Blog haben uns die Kollegen vom ebenfalls lobenswertem SciBlog aufmerksam gemacht. Drei Londoner Wissenschaftsjournalistinnen betreiben mit "inkycircus" ein ebenso informatives wie heiteres Wissenschaftsblog. Im munteren Plauderton berichten die Autorinnen über neuartige Therapieformen gegen die tückische Erdnuss-Allergie, Vorstöße im Bereich der Hybrid-Burger und trauern um Braunbär Bruno.

Tagsüber arbeiten Katie Law, Anne Casselman und Anna Law für den BBC und den New Scientist und Nachts bereichern sie die Blogosphäre mit gelungenen Beiträgen rund um Forschung, Medizin, Ernährung und Politik.

Amüsant ist vor allem der persönliche Stil des Trios, das immer wieder Anekdoten aus seinem Alltag einfließen lassen. Ursprünglich geplant als Print-Wissenschaftsmagazin für Frauen wird mit InkyCircus das gelungene Konzept vorerst Online erprobt. Katie Law beschreibt die Philosophie von InkyCircus so:

„It is a blog were we can share our passion for science and also extend it’s definition beyond the lab coat and glasses we’re all so used to. We talk straight, don’t use jargon and never write about anything you’d need a degree to understand.“

In jedem Fall nachahmenswert!

www.inkycircus.com

[econ.tec] sieht rot!


Bremer Magazin für Wirtschaft und Technik feiert die zehnte Ausgabe

Was haben Gentomaten, Ferrari und australischer Rotwein gemeinsam? Ganz klar die Farbe natürlich.

In der Jubiläumsausgabe des Magazins [econ.tec] wird der mit so gegensätzlichen Assoziationen belegten Farbe ein Schwerpunkt gewidmet. Von Nahrungsmitteln über Autos bis hin zu fernen Ländern beleuchten die Studenten des Studiengangs Fachjournalistik an der Hochschule Bremen die Farbe Rot mal ganz anders, nämlich unter den Aspekten Wirtschaft und Technik. Als "Textpaten" haben Redakteure und Mitarbeiter, angefangen bei der Deutschen Presseagentur über den Spiegel bis zur Süddeutschen Zeitung, den studentischen Autoren letzte Tipps gegeben.
-
[econ.tec], das Magazin für Wirtschaft und Technik, wird von Studenten des Internationalen Studiengangs Fachjournalistik der Hochschule Bremen produziert. Es erscheint halbjährlich mit jeweils wechselnden Schwerpunktthemen.

Die aktuelle gibt es hier im PDF-Format (2,9 MB)

Weitere Informationen erhalten Sie unter folgender Adresse:
Redaktion [econ.tec], Neustadtswall 30, 28199 Bremen
Ansprechpartner: Friederike Stüven (V.i.S.d.P.), Tel.: 0421/5905-3522, E-Mail: stueven@fbawg.hs-bremen.de

22.06.06

Oomph!! Bang! Schlurp!! - komische Wissenschaft


Comics sollen die Kommunikation unter Wissenschaftlern vereinfachen

Dem babylonischen Sprachgewirr der Wissenschaftler aus verschiedenen Disziplinen kann abgeholfen werden. Mit Hilfe von Comics können auch komplexe, schwer verständliche Sachverhalte oder Methoden auf einfachste Weise dargestellt werden. Forscher aus dem Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim nutzen nun diesen Weg der Kommunikation. In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Addiction Biology haben die Autoren Carles Sanchis-Segura und Rainer Spanagel erstmals Comics in einem Übersichtsartikel publiziert. Bisher wurden noch nie professionelle farbige Comics in einer wissenschaftlichen peer-reviewed Zeitschrift zur Illustration einer Methode verwendet. Die Autoren hoffen darauf, dass mit der Comicssprache die interdisziplinären Kommunikationsbarrieren abgebaut werden, dass Lehrbücher in der Schule und im Studium vereinfacht werden, und dass komplexe wissenschaftliche Sachverhalte auch einer breiten Öffentlichkeit leichter zugänglich gemacht werden können.

Die zunehmende Spezialisierung in der Wissenschaft führt dazu, dass viele wissenschaftliche Disziplinen ihre eigene hoch spezialisierte Sprache entwickelt haben. Insbesondere wird in der biomedizinische Forschung die interdisziplinäre Kommunikation immer anspruchsvoller; ganz zu schweigen von dem Problem, neue biomedizinische Erkenntnisse einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die Autoren Sanchis-Segura und Spanagel hatten die Idee, professionelle Comics zu verwenden, um in der einfachsten Weise komplizierte Verhaltensmethoden und Paradigmen im Suchtforschungsbereich zu illustrieren.
Der bekannte Comicszeichner - Walter Hollenstein aus der Schweiz - hat dies in hervorragender Weise umgesetzt.
Die Comics sind unter diesem Link abrufbar.

08.06.06

Ohren auf für Wissenschaft

Helmholtz-Podcast geht auf Sendung

Ab sofort wird nun auch bei der Helmholtz-Gemeinschaft Wissenschaft hörbar. Interessierte können vier verschiedene Angebote abonnieren und auf PC, MP3-Player oder Handy das Neueste aus der Welt der Helmholtz-Wissenschaft hören.
"Wir nutzen neue technische Möglichkeiten, um mit spannender Wissenschaft in den Dialog mit der Öffentlichkeit zu gehen. Gerade junge Menschen können wir mit solchen neuen Medien gut erreichen", so Prof. Dr. Jürgen Mlynek, Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft. Der Podcast ist eine Art Radio zum Mitnehmen. Dabei werden die einzelnen Beiträge, so genannte Episoden, über das Internet abonniert und auf MP3-Geräte überspielt. Der Hörer kann dann selbst entscheiden, wann er einen Beitrag hören möchte.

Mit dem Angebot richtet die Helmholtz-Gemeinschaft als erste deutsche Wissenschaftsorganisation einen Wissenschafts-Podcast im Internet ein und baut damit ihre Internet-Rubrik "Audio" weiter aus. Wissenschaft für die Ohren wird zukünftig auf vier Kanälen hörbar sein: Der Podcast bietet jeden Monat eine 15 Minuten lange Wissenschaftssendung. Weitere Angebote sind ein Interview, ein Schwerpunkt-Thema mit aktueller Wissenschaft und mit "Schon gewusst?" eine Rubrik, in der wissenschaftliche Fragen kurz und allgemeinverständlich erläutert werden.

Einen Überblick über die Audio-Angebote finden Sie unter diesem link.

07.06.06

Raus aus dem Elfenbeinturm

- Mit meiner Forschung in die Medien!
Wettbewerb „WissenschafterInnen schreiben Presseaussendungen 2006“

NachwuchsforscherInnen aus den Biowissenschaften können in deutsch verfasste Pressetexte über ihre aktuellen Forschungsergebnisse bis 1. August 2006 einreichen. Voraussetzung ist, dass die beschriebenen Forschungsergebnisse zwischen Oktober 2005 und September 2006 auf einer wissenschaftlichen Veranstaltung präsentiert oder in einem Fachjournal veröffentlicht wurden bzw. werden.

Eine ExpertInnen-Jury aus den Biowissenschaften und dem Wissenschaftsjournalismus wählt aus den eingereichten Beiträgen fünf GewinnerInnen, die Ende September 2006 prämiert werden.

Veranstalter des Wettbewerbs ist dialog<>gentechnik in Kooperation mit APA-OTS Originaltext Service und mit dem Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF).

Die Gewinner des Vorjahres: http://www.ots.at/redirect.php?dg_winner05
Das Projekt wird unterstützt durch das Ministerium für Wirtschaft und Arbeit.

Kontakt:
dialog<>gentechnik
Maja Tumpej
Campus Vienna Biocenter 6/1
1030 Wien
Tel.: (++43 1) 4277-52291
E-Mail: tumpej@dialog-gentechnik.at

APA-OTS Originaltext-Service GmbH
Christian Hart
Business Development Manager
Laimgrubengasse 10
1060 Wien
Tel.: (++43 1) 36060-5320
E-Mail: christian.hart@apa.at
http://www.ots.at

17.05.06

Zu wenig Technik in den Medien

Nach einem Bericht von "Pressetext Austria" ergab eine Studie in Österreich, dass sich fast die Hälfte der 1.000 online befragten Mediennutzer mehr Informationen über die Entwicklung neuer Technologien wünschen. Gut 40 Prozent sagten, dass neue Technologien von Fachmagazinen sehr gut dargestellt werden. Das Internet folgt mit 27 Prozent. Schlusslichter sind Zeitungen und Zeitschriften mit elf Prozent und Fernsehsendungen mit sieben Prozent.

Die Studienergebnisse machen ein Alters- und Geschlechtsgefälle sichtbar. "Die Überforderung durch den technologischen Fortschritt steigt mit zunehmenden Alter", so Thomas Schwabl, Geschäftsführer des beteiligten Marktforschungsinstituts Marketagent. Gleichzeitig ist der Informiertheitsgrad bei neuen Technologien unter den Frauen geringer als bei Männern. "44 Prozent der befragten Frauen antworteten auf die Frage, ob sie am neuesten Stand seien, mit einem Nein. Eine klare negative Antwort gaben hingegen nur 25 Prozent der Männer", so Zuschmann.

22.03.06

In Hülle und Fülle

Ist der Markt für Wissenschaftsmagazine übersättigt?

Einen eher pestimistischen Blick in die Zukunft der Wissenschaftsmagazine wirft Wolfgang Hess, Chef von "Bild der Wissenschaft", in einem Interview mit “Die Welt“. Er glaubt, der Trend zu immer mehr Wissenschaft in Zeitschriften, TV und Internet habe seinen Höhepunkt erreicht. Vor allem auf dem Zeitschriftenmarkt werde viel Neues wieder verschwinden: "Die Hälfte der neuen sogenannten Wissensmagazine ist nicht überlebensfähig." Grund: "Diese Magazine werden nur dann in die schwarzen Zahlen kommen, wenn sich genug Anzeigenkunden finden, die ihre Anzeigen auch ordentlich bezahlen. Und da sieht es im Wissensbereich eher düster aus."

Für einen bewussten Sprachgebrauch


(via scicom) Gestern war der erste Welt-Down-Syndrom-Tag. Bei Menschen mit Down-Syndrom (Trisomie 21) liegt das 21. Chromosom 3-mal vor, der 21.3. als Datum dieser Aktion ist also idealer Botschaftsträger.
Für das Down-Syndrom wurde lange der Begriff „Mongolismus“ und davon abgeleitet „Mongoloid“ und Ähnliches verwendet. Der aus dem 19. Jahrhundert kommende Begriff ist diskriminierend gegenüber Menschen mit Down-Syndrom sowie Menschen aus der Mongolei. Heute wird er von den meisten Medien nicht mehr verwendet.

Vorurteile gegenüber Menschen mit Down-Syndrom werden aber durch eine Reihe weiterer Formulierungen transportiert, wie zum Beispiel „Down-Kinder“ oder „leidet am Down-Syndrom“. Der Arbeitskreis Down-Syndrom empfiehlt daher:

„Down-Kinder“
Es sind zuerst und vor allem Kinder; das Down-Syndrom ist sekundär: Also: Kinder mit Down-Syndrom.

„leidet am Down-Syndrom“
bei ......liegt ein Down-Syndrom vor

Eine Liste mit weiteren diskriminierenden Formulierungen und Alternativen findet sich hier.

Eine Hilfe im sensiblen Umgang mit Begriffen bietet auch das „Buch der Begriffe. Sprache. Behinderung. Integration“ , herausgegeben von Integration:Österreich. Es ist u.a. für Interessierte aus der Medienbranche gedacht, die sich hier Basiswissen für publizistische Arbeiten abseits der Klischees holen können.
Das Buch kann hier downgeloaded oder bestellt werden.

09.03.06

Spitzenforscher zum sammeln

Da es auf digital science communication noch keine Rubrik "Kurioses" gibt, muss hier eine Kuriosität der besonderen Art vorgestellt werden. Bei Alltooflat sind Sammelkarten von berühmten Wissenschaftlern im Stil der beliebten Panini Sammelbildchen erhältlich . Wer also möchte, kann seinen Sprößlingen zur WM anstelle der schnöden Ballsportler Geistesgrößen an die Hand geben.

Verfügbar sind unter anderem Thomas Edison, Richard Feynman, James Clerk Maxwell, Isaac Newton, Albert Einstein, Marie Curie, Stephen Hawking, James Watson & Francis Crick (siehe Foto) und Jane Goodall.

Wer mehr wissen will klickt hier.....

Universität Gießen produziert Podcast zur politischen Bildung

Während us-amerikanische Universitäten bereits seit geraumer Zeit eigene Podcasts produzieren ist die Giessener Justus-Liebig-Universität hierzulande ein Vorreiter in Sachen podcasting.

Die Professur für Didaktik der Sozialwissenschaften publiziert eine Podcastreihe "Politische Bildung", deren erste Ausgabe jetzt erschienen ist.

Professor Wolfgang Sander, in dessen Arbeitsbereich die Podcast-Reihe produziert wird, will mit diesem neuen Angebot deutschlandweit vor allem Pädagogen in der Praxis und Studierende im Fach ansprechen. Die Podcasts, sagt Sander, seien eine komfortable Möglichkeit, sich mit wenig Zeitaufwand über interessante Themen und Entwicklungen in der Wissenschaft zu informieren. Jede Ausgabe der Reihe wird ein Schwerpunktthema, Besprechungen aktueller Fachliteratur sowie aktuelle Informationen wie zum Beispiel Hinweise auf Fachtagungen und Kongresse enthalten. Passend zum Medium Podcast befasst sich die erste Ausgabe mit dem Thema "Digitale Medien und politische Bildung".

Die Podcasts sowie weitere Informationen sind über das entsprechende Fenster auf der Homepage der Professur für Didaktik der Sozialwissenschaften unter der Internetadresse www.uni-giessen.de/fb03/didaktik/didaktik.htm zu erreichen. Nutzer des iTunes-Musicstore von Apple können auch einfach den Begriff "Politische Bildung" in das Suchfeld der iTunes-Software eingeben, um zum Gießener Podcast zu gelangen.

08.03.06

SZ-Wissen unter den Top 100


SZ-Wissen - Allein in den Top 100

Mit "SZ-Wissen" hat es gerade mal ein Wissenschaftsmagazin nach den Kriterien der "Lead Academy" unter die 100 besten Zeitschriftentitel 2006 geschafft (Platz 29 und 32).

Gewinner des Wettbewerbs wurde eine Ausgabe des "Spiegel", "Silber" ging an das Wirtschaftsmagazin "Brand Eins" und Bronze gab es für eine Ausgabe des "AD Architectural Digest".

Die Offizielle Preisverleihung des "Lead Awards" findet am 16. März in Hamburg statt. Anschließend kann man die ausgewählten Arbeiten bis 28. Mai 2006 in den Hamburger Deichtorhallen unter dem Titel „VisualLeader – das Beste aus deutschen Zeitschriften“ besichtigen. Die Ausstellung kommt auf eine ganz besondere Weise zustande: Eine unabhängige Fachjury durchforstet vielmehr die kompletten Jahrgänge von ca. 200 deutschen Zeitschriftentiteln und sucht preiswürdige Arbeiten heraus. Von einer prominent besetzten Hauptjury wird diese Vorauswahl dann beurteilt und bewertet.

Hier gibt es weitere Informationen....

03.03.06

Zocken für die Wissenschaft

Online-Gewinnspiel des Forschungszentrums Karlsruhe
Mit einem Online-Gewinnspiel macht das Forschungszentrum Karlsruhe auf sein 50-jähriges Bestehen aufmerksam. Wissenschafts- und Technikinteressierte jeden Alters sollen dabei mit Spaß Wissenschaft, Forschung und Technik entdecken. Freigeschaltet ist das Gewinnspiel bis zum 4. September 2006.

Gespielt wird in den Stufen "Junior" für Jugendliche bis einschließlich 16 Jahren und "Standard". Pro Spielrunde müssen 18 von jeweils 3.000 Fragen in den Kategorien Physik und Chemie, Biologie und Medizin, Technik und Informatik sowie Wissen allgemein beantwortet werden. Die erreichten Punkte werden in eine "Hall of Fame" eingetragen. So erhöhen sich mit jedem Spiel die Gewinnchancen auf einen der Hauptpreise. Die Fragen für das Online-Quiz wurden von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Forschungszentrums zusammengestellt und in sechs Schwierigkeitsstufen angeordnet. Sein Anliegen ist es, Begeisterung zu wecken für die Welt des Forschens und Entdeckens.

Das Gewinnspiel ist eine Initiative im Rahmen des Jubiläumsprogramms des Forschungszentrums Karlsruhe. Die Sieger in den verschiedenen Kategorien des Spiels werden beim großen Besuchertag des Forschungszentrums am 23. September 2006 ausgezeichnet.

16.02.06

Vom TV-Junkie zum Bildungsbürger?


Wissenschaftsformate erfreuen sich im deutschen Fernsehen zunehmender Beliebtheit. Fristeten sie bis Anfang der 90er-Jahre ein Nischendasein, sendet heute nahezu jedes TV-Vollprogramm mindestens ein Wissenschaftsformat – und das meist zur primetime. Ziel der science shows: einem interessierten Zuschauerkreis wissenschaftliche Erkenntnisse und Entwicklungen zu vermitteln, die auch Alltagstauglich sind.

Doch wie gehen die Zuschauer mit solchen Angeboten um? An welche Inhalte erinnern sie sich und wie verstehen sie diese. Diese Fragen untersucht die Friedrich-Schiller-Universität in Jena in einem Forschungsprojekt: Erste Ergebnisse zeigen, dass Fernsehinhalte von Zuschauern recht unterschiedlich erinnert werden.

Zum Bericht von Jutta Milde und Georg Ruhrmann bei attempto

09.02.06

Die Maus-macht-Ah!-Regeln


Antworten auf komplexe Fragen zu finden ist der Anspruch vieler Kinderfernsehmacher. Programme wie Die Sendung mit der Maus und Wissen macht Ah! sorgen regelmäßig für Aha-Erlebnisse – bei jungen und alten Zuschauern gleichermaßen.

Siegmund Grewenig, Leiter der Programmgruppe Kinder- und Tagesprogramme Fernsehen beim WDR, beschreibt die "11 Maus-macht-Ah!-Regeln". Gleichzeitig relativiert Grewenig aber die Tragweite eines solchen Regelwerkes schließlich, so Grewenig, gibt es bei der Wissensvermittlung keine festgeschriebenen Gesetzmäßigkeiten, nur eine Grundhaltung, die lautet:
„Seid neugierig! Haltet die Augen offen! Fragt, bis ihr eine Antwort erhaltet, die euch befriedigt!“

Anbei dennoch die goldenen Regeln aus der Maus-Redaktion:

11 Maus-macht-Ah!-Regeln


1. Geschichten erzählen statt Fakten sammeln

Jeder Film muss eine Geschichte erzählen. An deren Anfang steht eine Frage. Wie kommen die Löcher in den Käse? Wieso macht ein Kontrabass Töne? Wie funktioniert ein Schlüssel? Diese Frage erzeugt Spannung. Und so kann anhand der Frage ein Vorgang erzählt werden, der ohne diese Spannung lange nicht so interessant wäre. So gibt es eine Antwort nach jedem Film, eine Auflösung der Spannung, das viel beschworene Aha-Erlebnis. Jeder Zuschauer hat das Gefühl, Spannung abgebaut zu haben und klüger geworden zu sein. Das verschafft ein tiefes Gefühl der Befriedigung.

2. Identifikation statt Gegenüber

Die Maus will den Zuschauern nicht etwas als Gegenüber erzählen, sondern die Zuschauer gehen gemeinsam mit den Maus-Filmemachern auf Entdeckungsfahrt. "Wir sind die Maus". "Wir waren unterwegs". Nie erscheint der Erzähler allwissend (obwohl er es ist), sondern die Entdeckungen entfalten sich als Versuche mit "Trial and Error". Der Film ist oft die Geschichte der Recherche. Und die Identifikation mit den Protagonisten ist außerordentlich hoch. Sei es, weil Christoph, der Mann mit dem grünen Pullover, sich oft genauso naiv wie ein Kind verhält, sei es, weil Armin, der Mann mit der prägnanten Stimme, den Weg von A bis Z geht, den jeder auch gern mal gehen würde. Insofern sind die Sachgeschichten-Macher Armin und Christoph ein bisschen wie Maus und Elefant.

3. Das Detail ist das Ganze
Es geht nicht darum, dass die Gegenstände "vollständig" erfasst werden. Die Filme sollen am Punkt (möglichst dem wichtigsten) das System veranschaulichen. Weniger ist oft mehr.

4. Sehen statt glauben
Immer erzählt die Maus in realen Bildern. Wenn es irgendwie geht, werden keine Grafiken und keine elektronischen Tricks verwendet. Statt dessen setzt die Maus auf pure Dokumentation. So kann es sein, dass an einem 5-Minuten-Film ein Jahr gedreht wird, bis er "im Kasten" ist.

5. Konkret statt abstrakt
Immer wieder ist es das Ziel, so genau wie möglich am Vorgang selbst zu bleiben. Jeder Sprung zu einem Vergleich ist eine Abstraktion und schwerer zu verstehen, als dem roten Faden zu folgen.
Deshalb erzählt die Maus viele Abläufe, deren Grundlage die Mechanik ist. Denn hier sind Ursache und Wirkung zu sehen. Bei der Elektronik passiert etwas, das nicht zu sehen ist. Dann müssen Vergleiche gefunden werden, die viel schwieriger zu verstehen sind (siehe oben).

6. Kommentar statt Ablesen
Die Art der Kommentierung, die das gesprochene Deutsch in den Kommentar des deutschen Fernsehens eingeführt hat, schafft Distanz zu den Bildern, gibt Freiheiten für trockenen Humor, Spielraum und Spontaneität. Sie gibt auch ein bestimmtes Gefühl, dass in diesem Augenblick etwas wie live geschieht. So hat der Zuschauer den Eindruck, dabei zu sein.

7. Induktiv statt deduktiv
Immer steht das kleine Ereignis, der kleine Gegenstand im Mittelpunkt. Es ist nicht die große Theorie. Die wird en passant mitgeliefert.

8. Ich frage, also bin ich

Es gibt keine, wirklich überhaupt keine dummen Fragen! Alle sollen ermutigt werden zu fragen. Denn es gibt Antworten. Und die machen klüger. Kinder und Erwachsene!

9. Die Antworten müssen stimmen

Die Geschichten sind so gut recherchiert, dass sie korrekt sind. Selbst in den seltenen Augenblicken, in denen das nicht der Fall war, wird der Fehler in einer der nächsten Folgen korrigiert. Das zeigt auch die menschliche Dimension, nämlich nicht alles zu wissen. Zusätzlich entsteht daraus eine neue Frage mit Fortsetzungscharakter.

10. Ein bisschen viel Spaß muss sein
Ohne komische Elemente wäre die ganze Informationsvermittlung lange nicht so eindrucksvoll und einprägsam. An einen Gag erinnern sich alle viel länger als an vieles andere.

11. Regeln sind dazu da, sie zu übertreten

Formate wie Die Sendung mit der Maus oder Wissen macht Ah! leben davon, dass die Regeln auch mal durchbrochen werden, dass Überraschungen stattfinden. Bevor das erste monothematische Special auf Sendung ging, hieß es: Die Maus ist ein Magazin, in dem sich Bilder- und Sachgeschichten abwechseln müssen. Mit der Atom-Maus wurde diese Regel erstmals über Bord geworfen und seitdem gibt es eben die (vielfach preisgekrönten) Maus-Specials.

Zum vollständigen Beitrag von Siegmund Grewenig bitte hier entlang.....

Links zum Thema
Homepage der Sendung mit der Maus

Wissenschaftsfilm in Deutschland – vom Lehrfilm zum Publikumserfolg

Seit die Bilder laufen lernten, wurde das Potential des Films zur Veranschaulichung und Dokumentation wissenschaftlicher Fakten erkannt und genutzt. Der Siegeszug des Fernsehens bot dem Wissenschaftsfilm ein neues Forum – und zwang ihn gleichzeitig, populärer zu werden.

Heute boomen die Wissenschaftsprogramme im deutschen Fernsehen und erreichen breite Bevölkerungsschichten.Das deutsche Fernsehen steckte noch in den Kinderschuhen, da machte sich ein in den USA lehrender Physik-Professor daran, dem Fernsehpublikum in Deutschland zu zeigen, wie spannend Wissenschaft sein kann. Professor Heinz Haber hatte gerade in Los Angeles einen gewissen Walt Disney bei der Konzeption von Themenparks beraten, die einem breiten Publikum Wissenschaft vermitteln sollten. Eben dies wollte er nun auch in seinem Heimatland tun – und wurde damit zum ersten Fernsehprofessor der Nation.

Einen guten Überblick über die Entwicklung in Deutschland vom Wissenschaftsfim der 30er Jahre bis zu neuen Formaten wie nano liefert Martin Schneider in seinem Beitrag.

Zum Beitrag auf den Seiten des Goethe-Instituts......

08.02.06

Mit Apple zum Diplom


Uni-Vorlesungen als Podcasts in den USA

Der PC-Hersteller Apple bietet in den USA ab sofort auch Uni-Seminare und Vorlesungen als Podcasts an. Die Software "iTunes U" steht nach einer Testphase an sechs Universitäten nun landesweit zur Verfügung. Sie ermöglicht es, abonnierbare Audio- oder auch Video-Dateien (Podcasts) auf den Computer oder iPod zu laden.

Das Programm "iTunes U" erlaubt es den Universitäten, zu entscheiden, welches Audio- oder Video-Format sie für ihre Beiträge einsetzen. Sie können auch festlegen, wer auf das Material zugreifen kann. So kann es für alle Interessierten oder nur bestimmte Gruppen freigegeben werden. Die Universität von Stanford macht nicht nur Beiträge öffentlich, sie bietet zudem Sportübertragungen auf der Web-Site an. Einige Hochschulen geben auch ihren Studenten die Möglichkeit, Beiträge ins Netz zu stellen, wo sie von den Professoren begutachtet werden können.

Apples gute Kontakte an den Unis

Die Universitäten in den USA gehören traditionell zu den besten Abnehmern von Apple-Computern. Mit dem "iTunes-U"-Angebot wird dies jetzt noch ausgebaut. Hierbei kommt den Computerhersteller zu Gute, dass die tragbaren iPods dort sehr verbreitet sind und das Online-Musikangebot iTunes sich größter Beliebtheit erfreut.

Open-Access-Online-Magazin setzt auf offenes Bewertungsverfahren

(orf.at/science) "Biology Direct" heißt ein neues Open-Access-Online-Magazin, das kostenlos allen Interessierten offen steht. Auch ein neues Bewertungssystem für wissenschaftliche Arbeiten wurde eingerichtet. Die Gutachter jeder Arbeit werden am Ende jedes Artikels namentlich genannt, wohingegen der etablierte Gutachtensprozess anonym verläuft. Damit sollen Fehler - wie zuletzt beim Skandal um den südkoreanischen Klonforscher Hwang - minimiert werden.

Herausgegeben wird Biology Direct von Biomed Central, einem unabhängigen Verlagshaus, das sich auf die Herausgabe von Open-Access-Online-Magazinen spezialisiert hat. Biomed Central gibt mittlerweile 130 wissenschaftliche Journals heraus, alle publizierten Arbeiten sind "open access", das heißt, für alle Interessierten über das Internet kostenlos zugänglich.

Bisher anonyme Peer Reviews

"Wissenschaftliche Veröffentlichungen funktionieren ohne Peer-Review-System nicht", sagte einer der Gründer des Online-Magazins, David J. Lipman, Leiter des National Center Biotechnology Information (NCBI), einer Abteilung der National Library of Medicine, USA anlässlich des Starts von Biology Direct.

"Allerdings führt die anonyme Begutachtung wissenschaftlicher Arbeiten immer wieder zu Fehlern, die so weit reichend sind, dass sie ohne radikale Kursumkehr nicht mehr korrigiert werden können."

Fälschungen a la Hwang vermeiden

Lipman und seine Mitherausgeber Eugene V. Koonin, Senior Investigator am NCBI, und Laura Landweber, Assistenzprofessorin an der Princeton University, wollen mit einem offenen Peer-Review-System Fehler, wie sie etwa im Fall des südkoreanischen Stammzellforschers Hwang Woo Suk, aufgetreten waren, vermeiden.

Die Arbeiten von Hwang Woo Suk waren in "Science", einem der international renommiertesten wissenschaftlichen Journals, nach dem üblichen anonymen Peer-Review-Verfahren begutachtet und beurteilt worden waren. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass der Forscher seine Arbeiten größtenteils gefälscht hatte. Bemerkt hatte das keiner der Gutachter.

Biology Direct >>>

07.02.06

Bild klärt auf


Wenn die Bildzeitung über Wissenschaft berichtet, dann nicht ohne es ordentlich „krachen“ zu lassen. Auch unlängst setzte man bei Bild mal wieder auf die bekannte „Zuspitzung“ der Sachverhalte.
"Bild" berichtete in der Samstagsausgabe über die Ergebnisse der Deep-Impact-Mission und will dabei die Formel des Lebens entdeckt wissen.

Die im Text zitierte "NASA-Wissenschaftlerin" stellt sich dabei scheinbar gern in den Dienst einer guten Schlagzeile:

Nasa-Wissenschaftlerin Jessica Sunshine, eine der Verantwortlichen für die "Deep-Impact"-Mission: "Da hat man alle Zutaten für die Entstehung von Leben."

Was Jessica Sunshine, die eigentlich für für die Science Applications International Corporation (SAIC) arbeitet, tatsächlich gesagt ist unter anderem hier nachzulesen. Laut Sunshine sei es tatsächlich möglich, dass das Wasser durch Kometen überhaupt erst auf die Erde gelangt ist. Und wenn man dann noch den großen organischen Anteil eines Kometen berücksichtige, habe man immerhin "zwei der wesentlichen Zutaten des Lebens".

25.01.06

Sieht gut aus

Manipuliertes Bildmaterial in wissenschaftlichen Beiträgen

Und noch ein Fundstück des umtriebigen Kollegen von wisskomm. Diesmal dreht sich alles um den schönen Schein: genauer gesagt manipuliertes Bildmaterial in wissenschaftlichen Veröffentlichungen. Bei einigen Fachzeitschriften, u.a. dem Journal of Cell Biology, nimmt man seit Jahren Fotos, die zur Veröffentlichung anstehen, unter die digitale Lupe. Bei jedem vierten Bild stieß die Redaktion auf größere Nachbearbeitungen, berichtet die New York Times heute. In diesen Fällen fragte man die Forscher nach Originalen und ließ sich die Bildbearbeitung erklären. Erlaubt sind laut Journal-Redakteurin Ira Mellman gewisse Veränderungen, die das ganze Motiv betreffen - beispielsweise Aufhellungen oder Verstärkung von Kontrasten. Wer dem Foto dagegen Teile anderer Fotos hinzufügt, überschreitet die Grenze ins Reich der Fälschung. Beispiele dafür liefert die NYT gleich mit.

Woran man Bildfälschungen erkennen kann erläutert Robert D. Fiete anhand zahlreicher Beispiele im oe-magazine.

24.01.06

Wissenschaft am Boulevard

Wissenschaftsberichterstattung gelingt nicht immer. Besonders kuriose Fundstücke werden regelmäßig im gleichnamigen Blog der „wisskomm – Gesellschaft für Wissenschaftskommunikation“ vorgestellt.

Stefan Jacobasch stieß bei seiner regelmäßigen Medienschau auf höchst amüsantes. So erfuhren die Leser der österreichischen Kronen Zeitung (dem alpenländischen Pendant der Bild-Zeitung) dieser Tage, dass der Mensch einst durch seine Ohren atmete. Grundlage dieser vermeintlichen Top-Nachricht ist ein Beitrag in Nature über die jüngsten Ergebnisse evolutionsbiologischer Untersuchungen an Fischfossilien. Die schwedischen Forscher ziehen Rückschlüsse von den seitlichen Atmungsorganen fossiler Fischschädel auf die Entwicklung des menschlichen Mittelohres. Wie man einen schlüssigen Bericht aus der Meldung macht, beweist Andreas Jahn in Die Zeit.

19.01.06

Science Center in Deutschland

Seit Frank Oppenheimer 1969 mit dem Exploratorium in San Francisco das erste Science Center eröffnete sind allein in den USA über 300 Science Center gegründet worden. Erst in den 1980er Jahren entstehen europäische Science Center. Als erstes deutsches Science Center wird 1982 das Berliner Spectrum eröffnet. Neugründungen sind das Universum in Bremen, das seit September 2000 geöffnet ist, und das von Zaha Hadid entworfene Science Center Phaeno in Wolfsburg, das am 24. November 2005 eröffnet wurde. Mittlerweile gibt es weltweit mehr als 400 Science Center.

Unter der Runrik vernetzt finden Sie jetzt eine Übersicht der deutschen Science Center.

Links zu Wissenschaft im Fernsehen

Fernsehen macht schlau – wer sich weiterbilden möchte kann dies inzwischen in immer mehr TV-Wissenschaftsmagazinen. Von Klassikern wie Galileo und Quarks & Co bis hin zu neuen Formaten à la Clever und Abenteuer Wissen: Jeden Tag zeigt das Fernsehen Wissenschaftliches und Wissenswertes.

Unter der Rubrik vernetzt finden Sie jetzt eine Übersicht aktueller Sendungen!

12.01.06

Junges Wissenschaftsmagazin berichtet abseits ausgetretener Pfade

sciencegarden - Magazin für junge Forschung ist ein Online-Magazin, das im Jahre 2000 von Preisträgern des Deutschen Studienpreises gegründet worden ist und seit März 2001 monatlich erscheint. Die Inhalte richten sich an Schüler, Studierende, Doktoranden und wissenschaftliche Mitarbeiter. sciencegarden möchte vor allem die Community der Nachwuchsforscher stärken. Durch die Möglichkeit der Veröffentlichung, der Diskussion und Vernetzung im sciencegarden können junge Forschende stärker in der Öffentlichkeit präsent sein.

So berichten in sciencegarden nicht nur etablierte Forscher und Journalisten, sondern auch Studierende und Doktoranden. sciencegarden pflegt die Artenvielfalt und will jenseits von Fächergrenzen zur kompetenten Vermittlung von wissenschaftlichem Wissen beitragen.

Hier geht’s zur Website:
http://www.sciencegarden.de

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