Für einen bewussten Sprachgebrauch

(via scicom) Gestern war der erste Welt-Down-Syndrom-Tag. Bei Menschen mit Down-Syndrom (Trisomie 21) liegt das 21. Chromosom 3-mal vor, der 21.3. als Datum dieser Aktion ist also idealer Botschaftsträger.
Für das Down-Syndrom wurde lange der Begriff „Mongolismus“ und davon abgeleitet „Mongoloid“ und Ähnliches verwendet. Der aus dem 19. Jahrhundert kommende Begriff ist diskriminierend gegenüber Menschen mit Down-Syndrom sowie Menschen aus der Mongolei. Heute wird er von den meisten Medien nicht mehr verwendet.
Vorurteile gegenüber Menschen mit Down-Syndrom werden aber durch eine Reihe weiterer Formulierungen transportiert, wie zum Beispiel „Down-Kinder“ oder „leidet am Down-Syndrom“. Der Arbeitskreis Down-Syndrom empfiehlt daher:
„Down-Kinder“
Es sind zuerst und vor allem Kinder; das Down-Syndrom ist sekundär: Also: Kinder mit Down-Syndrom.
„leidet am Down-Syndrom“
bei ......liegt ein Down-Syndrom vor
Eine Liste mit weiteren diskriminierenden Formulierungen und Alternativen findet sich hier.
Eine Hilfe im sensiblen Umgang mit Begriffen bietet auch das „Buch der Begriffe. Sprache. Behinderung. Integration“ , herausgegeben von Integration:Österreich. Es ist u.a. für Interessierte aus der Medienbranche gedacht, die sich hier Basiswissen für publizistische Arbeiten abseits der Klischees holen können.
Das Buch kann hier downgeloaded oder bestellt werden.
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